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Erscheinungsbild
„Hajime Watanabe“ beschrieb den Shiba im Japanischen
Standard wie folgt: „Der Shiba Inu muss würdevoll sein. Zur
Würde gehören Konzentrationsfähigkeit und Flinkheit. Ein
würdevoller Hund hat einen klaren, kräftigen und ruhigen
Blick. Er kann sein Gegenüber ohne Zögern anschauen. Er muss
einen schlichten Eindruck machen, soll weder prunkhaft,
leichtfertig, noch grob sein. Die Würde des Shibas erwächst
aus seiner Schlichtheit – der Schlichtheit eines würdevollen
Bauers.“
Die Widerristhöhe des Shibas liegt zwischen 37 und 40 cm (
+/- 1,5 cm ).
Seine Erscheinung soll Harmonie, schlichte Eleganz und die
von „Watanabe“ so trefflich beschriebene Würde ausstrahlen.
Der „lächelnde“ Ausdruck, sein freundliches Gesicht, wird
durch die schräg gestellten, möglichst dreieckigen, dunklen,
ruhigen und aufmerksamen Augen belebt.
Der breite, leicht gewölbte Oberkopf bildet den Gegensatz zu
der nicht zu schweren, leicht spitzen Schnauze. Die kleinen,
aufmerksam getragenen, mässig auseinander stehenden.
„dicken“ Ohren, runden das hübsche Shibagesicht ab.
Der substanzvolle, wohlproportionierte Körper mit dem recht
tiefen, gut entwickelten Brustkorb und der, über dem
geraden, starken, in den Lenden ziemlich breiten Rücken
getragene, etwas länger behaarten Ringelrute, darf weder zu
plump, noch zu leicht, oder flüchtig wirken.
Der Körper ruht auf solidknochigen, standhaften Beinen mit
kräftigen, gut bemuskelten Hinterschenkeln und kompakten,
gut gepolsterten Pfoten.
Das reiche, volle, mittelharte, leicht vom Körper abstehende
Deckhaar wird durch dichte, weiche Unterwolle
vervollständigt.
Die verschiedenen zugelassenen Farben variieren zwischen
Rot, Rot-Sesam, Schwarz-Sesam und Schwarz-Loh ( die
Sesamkombinationen sind im Standard genau umschriebene
Fellschattierungen ).
Die Bewegungen des Shibas sollen flink und schnell, seinen
Gangart leicht, flüssig und elastisch sein und darf
keinerlei Schwäche aufweisen.
Klar unterscheiden sich Rüden und Hündinnen durch ihren
geschlechtsgeprägten Körperbau und Ausdruck. Der ganze Hund
soll ausgeglichene Harmonie, schlichte Schönheit und
bescheidene Würde ausstrahlen.
Wesensmerkmale und Eigenschaften
Der Shiba hat ein aufmerksames, sensibles und aufgewecktes
Wesen. Seine ursprüngliche Eigenständigkeit sollte gewahrt
und respektiert werden. Er ist bereit, seinen Meiste - der
ihm keineswegs gleichgültig ist - zu anerkennen, zu lieben,
ihm Vertrauen zu schenken und ihn ein Leben lang treu zu
begleiten. Dies aber muss sehr sorgfältig vorbereitet
werden.
Prägung der Welpen
Wie jeder andere Hund verlangt jedoch der Shiba ganz
besonders viel Zeit, Einfühlungsvermögen, Verständnis,
Geduld, Selbstbeherrschung und Phantasie seines Züchters wie
auch seines Meisters.
Er verfügt - wie den meisten Urhunden eigen - über ein mehr
oder weniger eigenwilliges, selbständiges und doch sensibles
Wesen, das sich in Zurückhaltung gegenüber Fremden, ja sogar
einer gewissen Scheu äussern kann. Dementsprechend muss es
Aufgabe, ja sogar Pflicht jedes Züchters sein mitzuhelfen,
die natürlich sorgsam gepflegten Welpen tiergerecht
aufwachsen zu lassen, sie möglichst umsichtig zu prägen,
ihnen ausserordentlich viel Abwechslung angedeihen zu
lassen, um ihnen zur vollen, körperlichen Entwicklung und
ausgeglichenen, seelischen Entfaltung zu verhelfen, damit
sie mit dem bestmöglichen Rüstzeug für das spätere Leben
gewappnet sind.
Erziehung
Die Erziehung des Shibas soll früh, gezielt, konsequent und
überlegt erfolgen. Mit Geduld und Durchsetzungsvermögen kann
sein mehr oder weniger eigenwilliger Charakter positiv
beeinflusst und geformt werden. Bei unüberlegter, brüsker
oder gar grober, unbeherrschter Behandlung ist der Shiba
schnell verstört, was nicht mehr oder nur bedingt wieder
korrigiert werden kann.
Haltung und Pflege
Der Shiba liebt es, sich im Freien aufzuhalten und
ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen.
Er ist kein Stubenhocker, obwohl ihm der Komfort
einer Wohnung bestens behagt. Mit seinem oft
katzenartigen Verhalten ist er in der Regel
recht verspielt und kann sich bisweilen, mit
geeignetem Spielzeug, vergnügt allein die Zeit
vertreiben.
Der Jagdtrieb ist bei vielen Shibas recht ausgeprägt. Darauf
ist vor allem bei den täglichen Spaziergängen zu achten und
den Hund, wenn nötig, konsequent anzuleinen.
Seine rassetypische Reinlichkeit, sein minimer Eigengeruch,
sowie seine normalerweise ausgeglichenen, ruhige Art, machen
ihn zum angenehmen, unauffälligen Hausgenossen, der es
schätzt, wenn er sich bei Bedarf zurückziehen kann.
Der Shiba sollte kein ereignisarmes Dasein ertragen müssen.
Als ausschliesslichen Zwingerhund gehalten, würde er in sich
gekehrt seelisch verkümmern, scheu und unzugänglich ein
unwürdiges Dasein fristen.
Normalerweise mag der Shiba Kinder, doch muss unbedingt
darauf geachtet werden, dass dem Hund unter Aufsicht
verständnisvoller Erwachsener Gelegenheit geboten wird, sich
angemessen an Kinder zu gewöhnen. Dabei kann nicht genug
betont werden, dass ein Hund, egal welcher Rasse nie, aber
auch wirklich niemals als Spielzeug für Kinder missbraucht
werden darf!
Kauf eines Shibas
Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Welpen
gültige, anerkannte FCI-Ahnentafeln besitzen.
Nur so ist gewährleistet, dass die Elterntiere
den, in einigen Ländern obligatorischen
Zuchtzulassung und den dazu gehörenden,
jeweiligen Bedingungen hinsichtlich Gesundheit,
Wesen und Standard entsprechen.
In der Schweiz wird der Shiba vom Schweizer Klub
Asiatische Spitze betreut.
Die Zuchtbedingungen dieses Rasseklubs
verlangen, ausser dem Röntgen der Hüftgelenke,
zusätzlich die Begutachtung der Augen durch
einen, speziell dazu ausgebildeten Tierarzt.
Zudem wird der Hund an der
Zuchtzulassungsprüfung gewogen, gemessen und von
einem SKG-Spetzialrichter des SKAS auf
Standardkonformität und Wesen begutachtet und
beschrieben.
Der zukünftige Besitzer eines Shibas tut also gut daran,
sich beim ausgewiesenen Züchter nach den gesundheitlichen
Gegebenheiten und der Zuchtzulassung der Elterntiere zu
erkundigen.
Der SKAS wacht sorgfältig über das Zuchtgeschehen der von
ihm betreuten Rassen und verhindert mit umsichtigen,
zweckdienlichen Zuchtbestimmungen das Ausbeuten der
Zuchttiere. Welpen und Haltungsbedingungen unterliegen
regelmässigen Kontrollen. Der Käufer hat somit die
Möglichkeit, in den obligatorischen Kontrollbericht Einblick
zu nehmen und sollte davon auch Gebrauch machen.
Selbstverständlich gehören zum abgegebenen Welpen ein
adaptierter Futterplan, Pflegehinweise und eine gültige
Abstammungsurkunde.
Der Welpenpreis eines Shibas beträgt in Europa umgerechnet
in Schweizer Franken ungefähr Fr.1800.- bis Fr. 2400.-. Für
Zucht- oder Ausstellungshunde sind die Verkaufspreise
entsprechend höher.
Zu guter Letzt…
Der Shiba ist nicht unbedingt ein Hund für jedermann/jedefrau.
Allzu leicht kann man sich durch sein einnehmendes,
anziehendes Äusseres darüber hinwegtäuschen lassen, dass er
trotzdem ein ausgesprochener Urhund ist – mit all seinen
rassetypischen Eigenschaften und Verhaltensweisen, den
positiven wie den negativen, denen umsichtig und
uneingeschränkt ständig Rechnung getragen werden muss, was
selbstverständlich möglichst gute Rassekenntnisse
voraussetzt.
Der Shiba wird zwar fast weltweit, jedoch nur von wenigen
Züchtern gezüchtet.
Unglücklicherweise kommt es immer wieder vor, dass Shibas in
unkundige Hände geraten. Meist sind dies Menschen, die
schlecht oder ungenügend dokumentiert, sich diese Rasse
hauptsächlich ihres exklusiven Aussehens oder ihrer
Seltenheit wegen angeschafft haben. In völliger Unkenntnis
der rassespezifischen Eigenschaften kommen sie dann mit den
Hunden nicht zurecht. Schliesslich sehen sie sich genötigt,
den Hund wegzugeben, oder zu verkaufen.
Um so positiver und schöner ist es, einen Shiba an einem
besonders guten Platz in fähigen, verständnisvollen Händen
zu wissen, bei Menschen oder seriösen, sorgfältigen
Liebhaberzüchtern, denen es in erster Linie darum geht, das
Wohl einer seltenen, liebenswerten und interessanten Urrasse
zu erhalten und durch gezielte, wohl überlegte, ausgewählte
Weiterzucht das Fortbestehen des Shibas zu sichern.
Im Dasein eines Menschen bedeutete es eine begrenzte
Zeitspanne, wo er mit seinem Hund zusammenleben kann, für
den Hund hingegen bedeutet es sein ganzes Leben.
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