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AKITA |
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Crista Niehus
Der Nationalhund Japans dem zu Ehren beim Tower in Tokio
zwölf Bronze-Statuen errichtet wurden, gilt als
Glücksbringer und als Symbol für eine gute Gesundheit. Er
ist sehr selbstbewusst und kräftig und benötigt eine
konsequente Führung.
Japan, das Land der Mythologien und des Brauchtums, ist die
Heimat des Akita Inu. In der japanischen Sprache heisst „Inu“
oder auch „ken“ Hund. Somit bedeutet „Akita Inu“ soviel wie
„der Hund aus Akita“, einem Distrikt im Norden Japans auf
der Insel Honshu.
Fachleute sind der Meinung, dass es sich bei diesem Hund um
eine sehr alte Rasse handle. So hat Berichten zufolge der
Archäologen Dr. Saito bei Ausgrabungen an neolithischen
Lagerstätten Knochen und Schädel von Hunden gefunden, die er
in den Zeitraum 5000 v. Chr. festsetzte. In jener Zeit
lebten diese Völker nomadisiert als Jäger und Sammler,
deshalb nimmt man an, dass die ersten Hunde für die Jagd
eingesetzt wurden.
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Auch aus der Bronzezeit (etwa 2000 v. Chr.) hat man Figuren
und Reliefs aus Ton gefunden, die einen Hund mit Stehohren
und einer über dem Rücken getragenen, geringelten Rute
darstellten. Die Figuren dienten meistens als Grabbeigaben.
Die Autoren sind deshalb der Ansicht, dass es sich dabei um
einen Urtyp handelt, dem „Nippon Inu“, der zwar in dieser
Form heute nicht mehr vorkommt. Aus ihm sollen sich im Laufe
der Geschichte die japanischen, spitzartigen Hunde
entwickelt haben.
Bereits in der Ära „Ashikaga“ (1338 bis 1565) wurden erste
Zuchtbücher geführt. Dr. Saito, der Archäologe, ist der
Ansicht, dass der Akita aus Kreuzungen mit dem alten Nippon
Inu, einem grösseren Hund aus dem Norden und dem kleineren
Chow Chow aus China entstanden sei. Zu Beginn des 19.
Jahrhunderts wurde der Akita jedoch zwischen dem Tosa Inu
und anderen europäischen Rassen gekreuzt mit dem Ziel, so
einen grösseren Hund zu erhalten. Leider ging damit sein
urtypisches japanisches Aussehen verloren.
Die Rekonstruktion des Akita
Aus diesem Grund beschlossen 1910 einige Züchter unter der
Leitung von Dr. Kaburagi, den Akita in seine ursprüngliche
Form zurück zu züchten. Es galt auch, den neuen Kreuzungen
vom alten Akita-Typ mit Hunden des Tosa –Typ, die
hauptsächlich für die berüchtigten Hundekämpfe gezüchtet
worden waren, die 1910 verboten wurden, entgegenzuwirken.
In Bergregionen
fanden die Züchter einige wenige Exemplare des
alten „Matagi“ (Jagdhund), die zur Rückzüchtung
beigezogen wurden.1927 wurde die „Akita Inu Hozonkai“ (AKIHO)
gegründet, eine Vereinigung zur Erhaltung des
Akita.
Als sie
ihrem Rekonstruktions-Ziel nahe waren, erklärte im Juli 1931
die japanische Regierung den Akita zum Nationalhund. Damit
diesem kulturellen Erbe ausreichend Sorge getragen wurde,
war die Ausfuhr des Akita ab sofort verboten. Einige Jahre
später brach der zweite Weltkrieg aus, was die Rasse fast zu
Grunde richtete - eine traurige Tatsache, die auch so manch
anderer Rasse in Europa widerfahren ist. Erst nach dem
Zweiten Weltkrieg wurde der Japanische Kennel Club (JKC) gegründet.
Der Rassewandel war dennoch nicht abgeschlossen, denn eine
Teilung der Rasse vom Akita und dem „Grossen Japanischen
Hund“ fand erst viel später statt. Das Interesse nach dem 2.
Weltkrieg in Amerika für den Akita war sehr gross, dabei
entwickelte sich der Akita zu dem amerikanischen Typ, gross
und kräftig, dabei wurden Deutsche Schäfer eingekreuzt, was
sich auf sein Aussehen niederschlug.
Seit den 50 Jahren fand
nochmals ein Wandel statt, aber erst Ende der 90iger Jahre
setzte sich die FCI-Standardkommission durch und trieb die
Teilung voran. Seit dem Datum 01.01.2000 gilt der Standard
Nr. 255 für den Akita weiter, der „Grosse Japanische Hund“
erhielt die Nr. 344 und wurde in die FCI Gruppe 2, Sektion 4
eingeteilt.
Der Akita ist ein selbstbewusster Hund, der Haus und Hof vor
Eindringlingen vehement verteidigt. Er ist intelligent,
ruhig, robust und kräftig. Da er auf die Jagd nach Bären und
Wildschweinen eingesetzt wurde, hatte er auch jeder
Wetterlage stand zu halten. Ausgeprägt sind sein Jagd- und
Schutztrieb. Mit anderen Hunden ist er bisweilen dominant,
die Rangordnung spielt beim Akita eine grosse Rolle, deshalb
ist er nicht unbedingt leichtführig und wohl kein Hund für
„Einsteiger“. Gut sozialisiert und mit Kindern gross
geworden, das heisst bereits als Welpe integriert, kann er
auch ein prima Familienhund sein, zuverlässig und treu.
In Japan galt er schon immer als Glücksbringer und als
Symbol für eine gute Gesundheit. Bei der Geburt eines Kindes
oder auch, wenn ein Mensch krank geworden war, wurden kleine
Tonfigürchen in Form des Akitas überbracht, die den Wunsch
nach Gesundheit symbolisierten.
Die Hunde besassen einen grossen Wert und waren zu den
Zeiten der grossen Shoguns zum Statussymbol geworden. In der
Ära der Shogun-Familie Tokugawa (1603 bis1867) soll der 5.
Shogun Gesetze erlassen haben, wonach das Verletzen oder
Töten eines Hundes mit Gefängnis oder gar mit dem Tode
bestraft wurde. Das zeigt, dass schon damals dieser Hund
Bestandteil der japanischen Mythologie war, was sich bis in
die Neuzeit zu erhalten schien. |
Erscheinungsbild
Der Akita hat einen grossen Schädel mit einer breiten Stirn
und kurzem, geradem Nasenrücken. Der Fang ist mächtig und
verjüngt sich allmählich ohne spitz zu werden. Die Augen
sind klein, dunkel, leicht dreieckig und nicht zu weit
auseinanderliegend. Die Ohren sind klein, dreieckig, dick
und leicht nach vorn geneigt. Ein weiteres
Merkmal ist die Rute, die dick und stark über
den Rücken gerollt getragen wird.
Die Länge der Rute sollte ca. bis zum Sprunggelenk
reichen. Das Fell ist dicht, hart und mittellang; die
Unterwolle fein und üppig in den Farben rot-falbfarben, sesam (rot-falbfarbene Haare mit schwarzen Spitzen),
gestromt und weiss. Die Widerristhöhe beträgt 67 cm für
Rüden, 61 cm für Hündinnen (+/- 3cm).
Als Symbol der Treue galt „Hachiko“, der Hund des Professors
Dr. Ueno. Jeden Abend holte „Hachiko“ seinen Herrn, der an
der Universität von Tokio arbeitete, am Bahnhof ab. Als 1925
Professor Ueno in der Uni verstarb, wartete der Hund die
ganze Nacht am Bahnhof. Auch die folgenden Jahre änderte der
Hund seine Gewohnheiten nicht; jeden Abend ging er zum
Bahnhof und wartete, um sein Herrchen dort in Empfang zu
nehmen. 1935 starb „Hachiko“.
Heute steht sein bronzenes Abbild mitten im Gewühle des
Shibuya-Bahnhofs in Tokio und versinnbildlicht die Treue des
Hundes zu seinem Menschen. |
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FCI STANDARD
FCI Gruppe 5
Spitze, Nordische Rassen, Urtypen
FCI-Nr. 255
Ursprungsland: Japan
ÜBERSETZUNG : Dr.J.-M. Paschoud
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KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Ursprünglich waren die
japanischen Hunderassen klein bis mittelgross, und es gab
keine grossgewachsenen Hunderassen. Seit 1603 wurden in der
Akita Region "Akita Matagis" (mittelgrosse Hunde zur
Bärenjagd) zu Hundekämpfen verwendet. Von 1868 an wurde die
Rasse mit dem Tosa und mit Mastiffs gekreuzt. Infolgedessen
nahm die Rasse an Grösse zu, aber charakteristische Züge,
die zum Spitz-Typ gehören, gingen verloren.
Im Jahre 1908 wurden die Hundekämpfe verboten. Aber die
Rasse überlebte dennoch, gedieh und entwickelte sich zu
einer grossgewachsenen japanischen Rasse. Neun vorzügliche
Exemplare dieser Rasse wurden dann im Jahre 1931 zu
"Denkmälern der Natur" erklärt. |
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Während des Zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) war es üblich,
Hundsfelle zur Herstellung von Militärkleidern zu verwenden.
Die Polizei ordnete die Fest- und Beschlagnahme aller Hunde
an, ausser den deutschen Schäferhunden, welche für
militärische Zwecke vorbehalten waren. Verschiedene
Liebhaber versuchten jedoch, das Gesetz zu umgehen, indem
sie ihre Hunde mit deutschen Schäfern kreuzten.
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, hatten die Akitas
drastisch an Zahl abgenommen, und es existierten drei
verschiedene Typen unter ihnen : 1) Matagi Akitas, 2) Akitas
für Hundekämpfe und 3) Schäferhund-Akitas. Dies war eine
stark verworrene Situation für die Rasse.
Während des Wiederaufbaus der reinen Rasse nach dem Krieg
hatte Kongo-go, ein Hund aus der Blutlinie Dewa,
vorübergehend einen ungeheuren Popularitätserfolg; dieser
Hund liess in seinem Erscheinungsbild die Züge von Mastiffs
und von deutschen Schäfer- hunden erkennen. Die Zahl der
Züchter dieser Rasse nahm zu, und die Rasse hatte immer mehr
Erfolg. Aber hellsichtige Liebhaber waren damit nicht
einverstanden, diesen Typus als eigenständige japanische
Rasse anzuerkennen und waren beflissen, die fremden Züge aus
diesem Typus auszumerzen. In der Absicht, die
Charakteristiska der urtümlichen Rasse wiederaufzubauen,
führten sie Kreuzungen mit Matagi Akitas durch. Damit gelang
es ihnen, die grosse, ursprünglich reine Rasse, die wir
heute kennen, zu festigen. |
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ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Grosser, wohlproportionierter
Hund von kräftigem Körperbau mit viel Substanz; sekundäre
Geschlechtsmerkmale ausgeprägt; viel Adel und Würde in
Bescheidenheit; robuste Konstitution.
WICHTIGE PROPORTIONEN : Das Verhältnis von Widerristhöhe zur
Körperlänge (von der Bugspitze zum Sitzbeinhöcker gemessen)
beträgt 10 : 11; der Körper der Hündinnen ist etwas länger
als der der Rüden.
VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN) : Ruhig, treu, gehorsam und
aufnahmefähig.
KOPF
OBERKOPF :
Schädel : Der Schädel ist im Verhältnis zum Körper gut
proportioniert; Stirn breit mit deutlicher Stirnfurche, ohne
Falten.
Stop : Ausgeprägt. |
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GESICHTSSCHÄDEL :
Nasenschwamm : Gross und schwarz. Nur bei Hunden mit weissem
Haarkleid ist ein leichter, diffuser Pigmentmangel am
Nasenschwamm zulässig, schwarz bleibt stets die bevorzugte
Farbe. .
Fang : Von mittlerer Länge und kräftig; er ist am Ansatz
breit und verjüngt sich allmählich ohne spitz zu werden.
Nasenrücken gerade.
Kiefer / Zähne : Kräftiges Scherengebiss.
Lefzen : Straff anliegend.
Backen : Mässig entwickelt.
Augen : Verhältnismässig klein, nahezu dreieckig, da der
äussere Augenwinkel leicht nach oben verzogen ist; mässig auseinanderliegend; von dunkelbrauner Farbe, je dunkler,
umso besser.
Ohren : Verhältnismässig klein, dick, dreieckig, mit leicht
abgerundeter Spitze, mässig weit auseinandergesetzt,
aufrecht und leicht nach vorne geneigt getragen.
HALS : Dick und muskulös, ohne Wamme, in guter Proportion
zum Kopf.
KÖRPER :
Rücken : Gerade und kräftig.
Lenden : Breit und muskulös.
Brust : Brustkasten tief, Vorbrust gut entwickelt; Rippen
mässig gewölbt.
Bauch : Gut aufgezogen.
RUTE : Hoch angesetzt, dick, gut und fest eingerollt über
dem Rücken getragen; bei heruntergezogener Rute reicht die
Spitze fast bis zum Sprunggelenk. |
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GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Schultern : Mässig schräg und gut ausgebildet.
Ellenbogen : Dicht am Körper.
Unterarm : Gerade, mit kräftigen Knochen.
HINTERHAND : Gut entwickelt, kräftig, mässig gewinkelt.
PFOTEN : Dick, rund, gewölbt; Zehen eng aneinanderliegend.
GANGWERK : Elastischer und kraftvoller Bewegungsablauf.
HAARKLEID
BESCHAFFENHEIT DES HAARES : Deckhaar hart und gerade,
Unterwolle weich und dicht; am Widerrist und an der Kruppe
etwas länger; an der Rute ist das Haar am längsten.
FARBE : Rot-falbfarben, sesam (rot-falbfarbene Haare mit
schwarzen Spitzen), gestromt und weiss. Alle angeführten
Farben ausser Weiss müssen « Urachiro » aufweisen (Urachiro
= weissliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, an
der Unterseite des Kiefers, des Halses, der Brust, des
Körpers und der Rute und an der Innenseite der Gliedmassen.) |
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GRÖSSE : Für Rüden 67 cm,
für Hündinnen 61 cm.
Eine Abweichung von plus oder minus 3 cm wird toleriert.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss
als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem
Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
· Rüdenhafte Hündinnen.
· Hündinnenhafte Rüden.
· Vor- und Rückbiß.
· Fehlende Zähne.
· Schwarz oder blau gefleckte Zunge.
· Helle Iris.
· Kurze Rute.
· Ängstlichkeit.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
· Nicht aufrecht getragene Ohren.
· Hängend getragene Rute.
· Langes Haar (zottig).
· Schwarze Maske.
· Abzeichen auf weissem Grund.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden. |
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